
Drei Tage voller Spannung, Konzentration und Schachbegeisterung
Wenn sich in der Lindenhalle die Schachbretter füllen, wird es ungewöhnlich still. Konzentrierte Blicke wandern über die 64 Felder, Figuren werden mit Bedacht gezogen und hinter mancher scheinbar einfachen Stellung steckt eine Menge Berechnung. Vom 21. bis 23. August war genau das wieder in Wolfenbüttel zu erleben: Das Lessing-Open feierte seine 20. Auflage.
Der Wettbewerb gehört inzwischen fest zum Turnierkalender des Niedersächsischen Schachverbandes und ist Teil des NSV-Grand-Prix. Auch 2026 fanden wieder Spielerinnen und Spieler ganz unterschiedlicher Spielstärke zusammen.
Ein Jubiläum mit Tradition
Seit der ersten Austragung im Jahr 2005 hat sich das Lessing-Open zu einem festen Bestandteil des Wolfenbütteler Schachlebens entwickelt. Die 20. Ausgabe war deshalb etwas Besonderes – nicht nur für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sondern auch für uns als ausrichtenden Verein, der in diesem Jahr von den Schachfreunden Wilstermarsch und Itzehoe mit digitalen Brettern unterstützt wurde. Jede Partie konnte somit live im Internet verfolgt werden. Dies war auch dank der finanziellen Unterstützung durch die Lotto-Sportstiftung möglich.
Das Besondere an einem Open ist dabei die Mischung: Ambitionierte Turnierspieler treffen auf erfahrene Vereinsspieler, Nachwuchsspieler sammeln wertvolle Wettkampferfahrung und Schachfreunde nutzen die Gelegenheit, einmal gegen Gegner anzutreten, denen sie im normalen Vereinsbetrieb kaum begegnen.
Gespielt wurde in drei Turniergruppen – A, B und C. Insgesamt standen fünf Runden im klassischen Langzeitformat auf dem Programm. Dadurch bot das Turnier sowohl für leistungsstarke Spieler als auch für ambitionierte Nachwuchs- und Vereinsspieler passende Gegner. Und in den Pausen unterstützte der DRK Ortsverband Wolfenbüttel den Verein durch die Bereitststellung von Speisen und Getränken.
Hochkarätiges Teilnehmerfeld
Alle drei Turniergruppen waren mit diversen Titelträgern besetzt: Vom Fide-Meister, über Titelanwärter bis hin zu Deutschen Amateurmeistern in ihrer Leistungsgruppe war alles vertreten. Auch Spieler des gastgebenden SV Caissa Wolfenbüttel gingen an den Start.
Für die Zuschauer bot sich damit die Gelegenheit, Schach auf hohem Niveau direkt vor Ort zu erleben. Gleichzeitig zeigte das Teilnehmerfeld, wie breit der Schachsport aufgestellt ist: Vom erfahrenen Titelträger bis zum Nachwuchsspieler war nahezu jede Spielstärke vertreten.
Schach ist mehr als ein Spiel
Ein Schachturnier besteht allerdings nicht nur aus den Partien am Brett. Hinter einer Veranstaltung dieser Größenordnung steckt eine Menge Arbeit.
Anmeldung, Turnierorganisation, Technik, Auslosung, Ergebniserfassung, Schiedsgericht, Verpflegung und Betreuung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen zuverlässig ineinandergreifen. Besonders bei einem dreitägigen Turnier mit mehreren Spielgruppen ist eine gute Vorbereitung entscheidend.
Das Lessing-Open zeigte deshalb auch, was einen Verein ausmacht: Viele Aufgaben werden von engagierten Mitgliedern übernommen, die dafür sorgen, dass sich Spielerinnen und Spieler aus Wolfenbüttel und von außerhalb willkommen fühlen.
Nachwuchs trifft Turniererfahrung
Eine besondere Bedeutung hat das Lessing-Open auch für den Schachnachwuchs. Gerade junge Spielerinnen und Spieler profitieren von Turnieren dieser Art. Sie können ihre Fähigkeiten unter echten Wettkampfbedingungen testen, Erfahrungen sammeln und gegen Gegner antreten, die sie aus dem Trainings- oder Vereinsbetrieb nicht kennen.
Dabei geht es nicht immer nur um Sieg oder Niederlage. Eine verlorene Partie kann genauso lehrreich sein wie ein gewonnener Punkt. Jeder Zug, jede Entscheidung und jede Partie bringt neue Erfahrungen.
Damit passt das Lessing-Open auch hervorragend zur Jugendarbeit des SV Caissa Wolfenbüttel, der regelmäßig Nachwuchsspieler ausbildet und ihnen Möglichkeiten bietet, sich im Schachsport weiterzuentwickeln.
Ein Wochenende für das Wolfenbütteler Schach
Mit dem 20. Lessing-Open hat Wolfenbüttel einmal mehr gezeigt, welchen Stellenwert das Schachspiel in der Stadt besitzt. Drei Tage lang wurde in der Lindenhalle gerechnet, geplant, gebangt und analysiert.
Und wenn nach der letzten Partie die Figuren wieder eingepackt werden, bleiben vor allem die Begegnungen und Erfahrungen, die ein solches Turnier ausmachen.
20 Jahre Lessing-Open sind schließlich nicht nur 20 Jahre Schachturnier. Sie sind 20 Jahre Vereinsarbeit, Nachwuchsförderung, Ehrenamt und Begeisterung für ein Spiel, das Generationen miteinander verbindet.
Wir Caisseraner können damit auf ein gelungenes Jubiläum zurückblicken – und die Schachszene darf gespannt sein, welche Partien und Geschichten das Lessing-Open in den kommenden Jahren noch schreiben wird.
